Digitale Abhängigkeit: Ein Rückblick auf die Geschichte
Die Vorstellung, dass Bayern seit den 1960er Jahren Microsoft-Produkte verwendet, ist nicht nur historisch ungenau, sondern auch alarmierend, wenn wir die digitale Unabhängigkeit in Betracht ziehen. Als Albert Füracker, Finanzminister von Bayern, diese Behauptung aufstellte, wurde er schnell der Irreführung überführt. Microsoft wurde 1975 gegründet, was zeigt, dass eine fehlerhafte historische Erzählung nicht einfach als Versehen abgetan werden kann. Diese Art der Geschichtsinterpretation wirft grundlegende Fragen über die Kompetenzen und die Verantwortlichkeit von politischen Entscheidungsträgern auf.
Die Risiken des milliardenschweren Vertrags
Der milliardenschwere Rahmenvertrag zwischen Bayern und Microsoft, der über einen Zeitraum von fünf Jahren fast eine Milliarde Euro kosten soll, ist nicht nur eine finanzielle Belastung für die Staatskasse, sondern birgt auch ernsthafte Risiken für die digitale Souveränität. Kritiker wie die Open Source Business Alliance (OSBA) warnen vor der Gefahr, dass öffentliche Mittel ins Ausland abfließen und gleichzeitig die heimische Wirtschaft benachteiligt wird. Diese Investitionen könnten sinnvoller in regionale Softwarelösungen gesteckt werden, die die Unabhängigkeit und digitale Kompetenz in Bayern fördern würden.
DIGITALE SOUVERÄNITÄT: Ein Gesetz mit Mehrwert
Das bayrische Digitalgesetz (BayDiG) stellt eine klare Richtlinie dar, die die digitale Unabhängigkeit fördern soll. Artikel 3 des Gesetzes fordert die Nutzung von offener Software, um die digitale Entscheidungsfähigkeit des Freistaates zu gewährleisten. Statt diese Ziele zu verfolgen, scheint der neue Vertrag mit Microsoft die Abhängigkeit von proprietären Softwarelösungen zu verstärken.
Die Notwendigkeit einer echten Migrationsstrategie
Angesichts der wiederholten Verzerrung von Fakten und der mangelhaften Unterstützung für die heimische Industrie ist es entscheidend, eine umfassende Migrationsstrategie zu entwickeln. Bayern sollte nicht nur auf Microsoft setzen, sondern ernsthaft in Betracht ziehen, offene Softwarelösungen zu nutzen. Länder wie Schleswig-Holstein haben bereits einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie auf digitale Unabhängigkeit und lokale Lösungsmöglichkeiten setzen.
Fragen aufwerfen: Vertraut die bayerische Regierung der heimischen Wirtschaft?
Die berechtigte Frage, die sich viele stellen, lautet: Vertraut die bayerische Regierung den einheimischen Anbietern wirklich nicht? Die Antwort könnte auf eine tiefere Skepsis gegenüber innovativen Lösungen oder schlichtweg auf Unkenntnis über existierende Alternativen hinweisen. Offene Fragen zur Entscheidungsfindung und zu den Kriterien, die zur Auswahl von Microsoft als Partner führten, müssen transparenter behandelt werden, um das Vertrauen der Bürger zu gewinnen.
Auf zum Handeln: Unterschreiben Sie den offenen Brief!
Der offene Brief an die bayerischen Minister fordert konkrete Maßnahmen zur Sicherung der digitalen Souveränität. Dies ist der Moment, in dem Bürger ihre Stimme erheben und die Regierung auffordern sollten, verantwortungsvoll zu handeln. Die geplanten Mittel könnten auch dafür genutzt werden, Bayern zu einem Vorreiter in digitaler Unabhängigkeit und Technologieinnovation zu machen, anstatt sie in teure, ausländische Softwarelösungen zu investieren.
Jetzt ist es an der Zeit, aktiv zu werden. Unterstützen Sie die Initiative zur digitalen Souveränität in Bayern und setzen Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse ein. Informieren Sie sich über den offenen Brief und überlegen Sie, ob Sie ihn unterzeichnen möchten.
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