Neue Erkenntnisse über Polizeitechnologie und ihre Verantwortung
In den letzten Jahren hat die Nutzung von Überwachungstechnologie durch Polizeibehörden weltweit zugenommen. Diese Technologien werden oft als Lösungen verkauft, die Verbrechen verhindern und die öffentliche Sicherheit verbessern sollen. Die neue Studie „Selling Safety“, die in Zusammenarbeit zwischen der Electronic Frontier Foundation (EFF), dem Center for Just Journalism (CJJ) und IPVM entstanden ist, soll Journalisten dabei helfen, die Realität hinter diesen Marketingversprechen zu durchschauen.
Was ist die Studie „Selling Safety“?
Die Studie liefert Werkzeuge und Strategien für Journalisten, um die oft irreführenden Verkaufsankündigungen von Überwachungstechnologien kritisch zu hinterfragen. In dieser Branche, die weitgehend unreguliert ist, ist es wichtig, genau zu verstehen, was hinter den glanzvollen Behauptungen der Anbieter steckt. „Selling Safety“ bietet einen Leitfaden, wie man bessere Fragen stellen und lokale Verantwortungsgeschichten finden kann.
Die Herausforderungen für Journalisten
Die schnelle Ausbreitung von Überwachungstechnologien übersteigt oft das öffentliche Verständnis oder die politische Übersicht. Journalisten sind in der Verantwortung, das kritische Accountability-Arbeiten in Echtzeit zu leisten. Laut Hannah Riley Fernandez, der Programmdirektorin von CJJ, ist die Studie dazu gedacht, Journalisten bei ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen.
Die große Gefahr des blinden Vertrauens
Die Studie hebt hervor, dass viele der Technologien, die als 'Wundermittel' verkauft werden, in der Realität oft nicht die Versprechen halten. „Die Überwachungstechnologieindustrie hat ein dokumentiertes Muster, unbegründete Behauptungen über ihre Produkte aufzustellen“, erklärt Conor Healy, Direktor der Regierungforschungsabteilung bei IPVM. Journalisten, die über reine Pressemitteilungen hinausgehen und die Ansprüche der Anbieter kritisch untersuchen, stellen oft fest, dass die Lösungen nicht so magisch sind, wie sie erscheinen.
Folgenslosigkeit und ihre Massnahmen
Eine EFF-Umfrage ergab alarmierende Informationen über die Intransparenz und Ineffektivität solcher Technologien. Wenn Polizeibehörden Technologien einsetzen, die als kostenlos angepriesen werden, sind es oft die Steuergelder der Bürger, die für diese Programme aufkommen. Diese finanziellen Belastungen, gepaart mit einem Mangel an langfristigen Überwachungen, können zu ernsthaften Bürgerrechtsverletzungen führen.
Die Rolle von Bürgerjournalismus
Ein wachsender Bereich der Berichterstattung ist der des Bürgerjournalismus, bei dem Einzelpersonen Vorfälle mit der Polizei filmt und veröffentlicht. Diese Aufnahmetechnologien haben den Bürgern einen starken Einfluss gegeben, um Fragen zur Polizeigewalt und zu unethischem Verhalten zu beleuchten. Ein emblematisches Beispiel ist die Aufzeichnung des gewaltsamen Todes von George Floyd, eine Aktion, die nicht nur weltweit Aufsehen erregte, sondern auch eine Welle von Protesten und Forderungen nach Reformen in der Polizeiarbeit auslöste.
Zukunftsausblick und Möglichkeiten der Veränderung
Die Studie „Selling Safety“ vermittelt Journalisten wichtige Techniken, um ihre Berichterstattung über technologische Überwachung umfassender und informierter zu gestalten. In einer Zeit, in der staatliche Überwachung zunimmt und Bürgerrechte unter Druck geraten, ist die Notwendigkeit, verantwortungsvolle Berichterstattung zu erstellen, kritischer denn je. Der Einsatz solcher Technologien muss durch öffentliche Diskussionen, Transparenz und effektive Regulierungen begleitet werden, um die Zivilgesellschaft und ihre Rechte zu schützen.
Für weitere Informationen und Ressourcen zur Überwachungstechnologie besuchen Sie die Street-Level Surveillance Hub oder die Atlas of Surveillance der EFF.
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